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AVM FRITZ! Dect 302 im Test – Heizkosten rauf, Temperatur runter? Aber bitte schön smart!

Gruppentherapie

Wer mehrere Heizkörper in einem Raum oder mehrere Räume mit gleichem Nutzerverhalten zusammen steuern und regeln möchte, der kann dafür die Gruppen-Funktion nutzen. Hier vererbt die übergeordnete Gruppe die Eigenschaften an alle untergeordneten, also die zugehörigen Thermostate. Das ist überaus praktisch, vor allem auch dann, wenn sogar unterschiedliche Heizperioden festgelegt werden sollen, oder man z.B. eine Einliegerwohnung im Urlaub nicht kalt werden lassen möchte, den Rest aber herunterregelt.

Das Anlegen der Gruppe und Bearbeiten ist etwas redundant geregelt, aber was soll’s.  Lieber eine Maske mehr, als eine zu wenig. Das Fein-Tuning funktioniert hierfür dann genauso, wie für alle einzelnen Regler auch. Ich muss das also nicht noch einmal haarklein erklären, denn das hatten wir ja eben auf der vorigen Seite.

Steuerung und Überwachung über die Apps

Natürlich kann man den Fernzugriff der FRITZ!Box auf über den Browser aktivieren und nutzen, aber auf den eher kleinen Displays macht sich das mit einer oder mehreren Apps deutlich besser. Zur Verfügung stehen MyFRITZ! (unten Links) für die Nutzung im WLAN oder Smart Home (unten rechts) für WLAN und mobile Nutzung außerhalb der eigenen vier Wände.

   

Smart Home lässt sich sehr einfach konfigurieren und findet eine für den Zugriff freigegebene FRITZ!Box an einem beliebigen Ort der Welt, solange ein Internetzugriff besteht. Dann lässt sich das Ganze nicht nur überwachen, sondern analog zum Einstellungs-Menü sogar neu konfigurieren. Das ist gut für Vergessliche und alle, die sich auch nach dem dritten Zurücklaufen nicht sicher sind, ob der Herd auch wirklich aus ist. Zumindest bei der Heizung kann man das ab sofort auch therapieren. Die 24-Stunden-Verlaufsgrafik für die Raumtemperatur gibt es auch hier in der App.

  

Zusammenfassung und Fazit

Positiv: Der AVM FRITZ! Dect 302 ist intuitiv und einfach zu bedienen, besitzt zweckmäßige Abmessungen und ist sehr einfach zu installieren. Er benötigt keine Cloud oder Online-Registrierung und läuft im Heimnetz notfalls auch ohne Internet. Mit drei AA-Batterien kommt man locker über mehr als nur eine Heizperiode und das Display reicht für das einfach Monitoring ebenfalls völlig aus. Das Gerät fügt sich nahtlos ins Produktportfolio ein und sowohl die Verwaltung über die FRITZ!Box, als auch die Nutzung der Apps sind vorbildlich gelöst.

Negativ: Was mich etwas stört, ist das Missverhältnis von Preis und Funktionalität. Mit nur einer einzigen Zieltemperatur bewegt man sich hier schon im minimalistischen Umfeld, was wirklich schade ist. Mit mindestens zwei unterschiedlichen Zielvorgaben wäre dieses Manko sicher fix beseitigt. Auch die Geschwindigkeit, mit der Änderungen und Rückmeldungen ankommen, ist immer noch viel zu hoch. Das mit der funktionierenden Fenster-Auf-Erkennung ist sehr standortabhängig und man vermisst im Portfolio einfache Temperatursensoren ohne den großen Schnickschnack. Was auch schmerzlich fehlt, ist ein integrierter oder externer Feuchtemesser für die Raumluft. Mit einem externen Modul könnte man sogar noch die Temperatur der jeweiligen Wand prüfen und so dafür sorgen, dass man die Taupunkttemperatur nicht unterschreitet. Erst das wäre dann wohl richtig smart.

Die aktuellen Preise von fast 100 Euro machen dieses Gerät leider zu einer Nicht-Kauf-Geschichte, weil es schlicht den Preis nicht wert ist. Dann doch lieber-Cloud-Gängelung mit China-Gedenksekunde und Xi-Spionage-Paket, aber man bekommt mindestens zwei bis drei Thermostaten fürs gleiche Geld. Mein Einsatz von weit über 600 Euro ist kaufmännisch noch nicht plausibel, das merke ich dann erst bei der nächsten Abrechnung. Man hätte mit deutlich weniger Geld sicher mindestens das gleiche Ziel erreichen können. Sicher nicht ganz so bequem und einfach, aber es geht auch ohne den Luxus-Aufschlag.

Dass sich solche Thermostaten lohnen, weiß ich noch aus meinem Erstversuch 2020 mit der China-Ware von Alibaba, denn 2021 habe ich dann im Gegensatz dazu fast 30% mehr Verbrauch. Ich hoffe doch, dass sich das jetzt 2022 wieder auf das Niveau von 2020 einpegelt. Denn dann liegt die Ersparnis bei den heutigen Preisen schon bei weit über 1000 Euro und auch der Fritz hätte zwar immer noch eine goldene Nase, aber zumindest eine, die sich auch bezahlt gemacht hat. Ich werde Euch zu gegebener Zeit mal ein Update zukommen lassen. In der Zwischenzeit mache ich mich noch auf die Suche nach zwei weiteren Dect 302, deren Preis aber nicht über 80 Euro liegen sollte. Denn langsam hört der Spaß wirklich auf und ich wechsle in den Wut-Modus.

 

Kommentar

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FfFCMAD

Veteran

431 Kommentare 77 Likes

640€? Das ist mehr als die Haelfte von dem, was ich letztes Jahr fuer Gas bezahlt habe. Wenn sich das lohnen soll muss sich die Spirale schon ne ganze Ecke drehen. Was sie wahrscheinlich auch noch wird. Spaetestens naechstes Jahr fliegt uns alles um die Ohren. Trotzalledem sind 80€ pro Thermostat ne Menge Holz und ich behaupte, das Einsparpotential ist gering.

Die Dinger laufen nicht ohne irgendeine Stromversorgung und außer das man aus der Ferne/ pro Thermostat die Raumtemperatur regeln kann bringen sie kaum Mehrwert ueber ein normales Thermostat und einer Heizungsteuerung, die auf Tageszeit reguliert.

Nebenbei bemerkt. Gas einsparen aber trotzdem mehr dafuer bezahlen... Ist eine geile Logik die wir hier antreiben. Aber das haben wir ja auch schon beim Wasser durch. Hier in Deutschland hat man uns ja schon das Sonntagsbad madig gemacht. Jetzt gehts ans Heizen/ Duschen und bald bestimmt man, was wir zu fressen haben.

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ssj3rd

Veteran

101 Kommentare 45 Likes

Bin seit vielen Jahren mit meinen Modulen von Homematic IP zufrieden.
3 Module + Basis + Wandmodul (mit Feuchtigkeitsmesser der Raumluft) haben mich damals knapp 110€ gekostet, Dank mydealz 😏

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ApolloX

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808 Kommentare 402 Likes

Diese Überlegungen hab ich mir vergangener Woche auch gemacht, aber da die Thermostate grad fast teuer als Grafikkarten sind, verschiebe ich die Umrüstung auf kommendes Frühjahr.

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D
Deridex

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1,893 Kommentare 645 Likes

@Igor Wallossek
Was Akkus angeht:
Schau dir mal die Panasonic Eneloop an ;)

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n
noir.

Veteran

173 Kommentare 100 Likes

Ich habe zwei der Vorgänger im Einsatz. Kann dem ganzen Fazit in eigentlich nur zustimmen. Es funktioniert störungsfrei und zuverlässig und ist einfach einzurichten. Passt also insgesamt ganz gut in die AVM-Produktriege. Hat man noch Steckdosen von AVM im Einsatz, kann man auch diese als Temperaturquelle angeben. Ist ganz praktisch, wenn zB das Thermostat in einer Ecke sitzt und dort immer wärmer misst als es eigentlich ist. Batterien halten im Schnitt 2 Jahre bei mir mit 6x Auf/zu pro Tag.

Aber: Für den Preis gibts woanders deutlich mehr. Gerade mehrere Temperaturen sowie Luftfeuchtigkeit wären schon super. Ich warte mal ab was die Integration von Matter macht, ist ja angekündigt. Dann sollte auch die nutzbare Gerätevielfalt deutlich grösser werden. Ansonsten habe ich auch nur noch Homematic IP als evtl brauchbare Lösung auf dem Schirm.

Wobei zumindest für mich die meisten Systeme absolut nutzlos sind. Ich hab ne 10-Tage-Woche mit 2x Frühschicht, 2x Spätschicht, 2x Nachtschicht und 4x Frei. Wenn ich dann nur Montag bis Sonntag programmieren kann, ist das ganze schon von vornherein nicht zu gebrauchen.

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Kleine-Eule73

Mitglied

29 Kommentare 27 Likes

Ich überlege auch schon seit Monaten ob ich mir so smarte Heizungsregler kaufen soll. Einsparungen sind ja erstmal nicht schlecht, aber bei den Preisen vergeht mir echt die Lust

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S
SaschaT

Mitglied

18 Kommentare 7 Likes

Also ich hab noch das etwas ältere Modell mit nur 2 Batterien.

An sich kann ich der Allgemeinheit nur zustimmen: Teuer, dafür Benutzerfreundlich.

Jetzt mein großes ABER (Im Bezug auf den Vorgänger. Es wäre interessant zu wissen, wie es beim neuen Modell aussieht) :
Bei mir sind nun schon 2mal die Batterien leer gegangen, ohne dass ich zuvor eine Benachrichtigung von meiner FritzBox bekommen habe.
Eingerichtet ist aber alles korrekt, Benachrichtigungen funktionieren ansonsten normal und es sind hochwertige Batterien in Verwendung (Mit vielen billigeren oder älteren Batterien funktionieren die Thermostate erst gar nicht).

Jetzt kommt man nach Hause, die Batterien sind leer und man denkt man läuft gegen eine Wand. Die Thermostate sind sooooooooo SMART, dass Sie bei leereren Batterien einfach mal das Ventil vollgas bis zum Umfallen komplett öffnen !!!

Tolle Technik ... so kann man sich "smart" auch sparen. Ich weiß leider nicht, wie das bei anderen Herstellern aussieht?

Vielleicht wäre vielleicht auch noch das "Shelly TRV" eine interessante Alternative mit eingebautem Akku:
- keine Cloud notwendig, optional dennoch möglich
- Integration über MQTT oder REST in ziemlich viele "Smart Home Lösungen" möglich
- steuerbar auch von "Unterwegs" auf mehrere Arten einfach möglich

Ansonsten versuche ich aber mittlerweile nur noch auf Geräte mit "Tasmota"-Firmware im Smart Home zu setzen.
Leider ist mir dafür aber kein Heizthermostat bekannt.

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R
Rantanplan

Neuling

5 Kommentare 6 Likes

Ein Hinweis, da vereinzelt der Arbeitsweg der Regler nicht ausreichend lang ist (bei mir bei zwei älteren Heizkörpern):
Ich habe die Vorgänger (Comet DECT) und es passt jeweils sehr gut ein 2ct-Stück in den Adapter, so dass der Weg verkürzt wird und die Motoren das öffnen/schließen besser schaffen.

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FfFCMAD

Veteran

431 Kommentare 77 Likes

Joa. Ich habe uebrigens generell ein Problem damit, chemische Energietraeger in die Naehe einer Heizung zu bringen. Das Thermostat wird nicht unwesentlich warm. Aber moeglich ist das.

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ArcusX

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584 Kommentare 312 Likes

Die batteriebetriebenen Thermostate öffnen sich so meine ich alle bei niedrigem Batteriestand.

Liegt am Frostwächter so wurde mir mal erklärt.

Ich habe jetzt schon seit einigen Jahren AVM Fritzdect 301 an meinen Heizkörpern und soweit keine Probleme. Damals war auch die Idee eine etwas größere Lösung in Richtung homematic zu nehmen. Aber mir war dann letztendlich eine schnelle einfache Lösung lieber. Die Erinrichtung ist wirklich sensationell einfach ohne dass man vorher 20 Guides Anleitungen oder Tutorials wälzen muss.

Der Tipp mit dem 2ct Stück ist vielleicht noch eine Idee. Dann muss der Motor weniger tun.

Das Thermostat selber wird übrigens nicht sonderlich warm, so dass ich weder mit Batterien noch Akkus Sorgen hätte.

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B
Besterino

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5,968 Kommentare 2,730 Likes

Hab seit Jahren Homematic an allen Heizkörpern - hat unsere Kosten spürbar gesenkt.

Und Eneloops sind nach meiner (nicht mehr ganz frischen - ich kenn die noch als Sanyo) Erfahrung quasi das non-plus-Ultra der Akkus.

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Igor Wallossek

Format©

7,217 Kommentare 11,855 Likes

Siehe Artikel. Die gehen eben NICHT. Auch die Pro versagen. Leider. Die halten 5-6 Monate bis zur starken Selbstentladung. Die sind dann unter 1V und die Elektronik spinnt. Motor geht nicht mehr so recht

View image at the forums

Ich hatte die auch in meinem Blitz, mal ohne Nutzung reichlich 5 Monate drin, Blitz aus. Zweimal geblitzt alle.

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D
Deridex

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1,893 Kommentare 645 Likes

Komischerweise halten die bei mir im Multimeter Jahre. Eventuell haben da manche Gerätschaften Ruhestromprobleme.

Auch der Hersteller der Eneloops spricht von einer niedrigeren Selbstentladung.

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k
kraehe82

Neuling

2 Kommentare 0 Likes

@Igor Wallossek, korrigierst du noch deine FritzBox 4600 in 4060. Ich dachte schon AVM hat was neues. :-)

Vielen Dank für den tollen Artikel.(y)

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FfFCMAD

Veteran

431 Kommentare 77 Likes

Dann waere ich fast dafuer, Lithium-Batterien zu nehmen. Die sind dann auch wirklich leer, wenn nichts mehr geht.

PS: Besser als Alkaline sind die allemal, weil wenn ich die Vartas sehe > Auslaufen garantiert. Speziell die Industrial-Dinger in den Großpackungen hatte ich oefters als ueble Kotzbrocken in Geraeten. Der Preis ist jedoch so eine Sache. Die machen nur Sinn, wenn bis zum Schluss die 1,4 - 1,5 Volt gehalten werden sollen. (Kameras/ Motoren etc)

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About the author

Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB als inhaltlichem Nachfolger von Tom's Hardware Deutschland, deren Lizenz im Juni 2019 zurückgegeben wurde, um den qualitativen Ansprüchen der Webinhalte und Herausforderungen der neuen Medien wie z.B. YouTube mit einem eigenen Kanal besser gerecht werden zu können.

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.

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