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AMD Radeon RX 6600 XT mit 8 GB Speicher – Exklusive Details aus internen Folien und ein erstes Fazit

Wenn AMD demnächst die RX 6600XT und RX 6600 ins Rennen schickt, dann kennen wir das Meiste davon natürlich schon. Mit Navi23 setzt AMD, wie schon bei der RX 5500XT und Navi13 auf einen Chip, der sowohl als externe Grafikkarte, als auch im Notebook als dedizierter Chip eingesetzt werden kann. Das hat Vor- und Nachteile, wie wie gleich noch sehen werden. Ich möchte im heutigen Artikel allerdings einmal etwas näher auf die Technik und die Details zu Navi23 eingehen und die üblichen Performance-Abschätzungen aus diversen Leaks beiseitelassen, weil diese im späteren Praxiseinsatz dieser Karten auch etwas daneben liegen könnten.

Doch kommen wir zunächst erst einmal zum Chip selbst. Der Die sitzt um 45° gedreht auf dem Package, wie wir es bereits von den älteren Radeon-Chips kennen. Die Abmessungen des rechteckigen Die liegen bei 16,51 mm x 14,28 mm, was eine Fläche von 235,76 mm² ergibt. Das gesamte Package misst 35 x 35 mm und ist somit quadratisch. Als Höhentoleranz für das gesamt Package (BGA) einschließlich Die gibt AMD +/- 0,1 mm an, was in der Summe einen Toleranzbereich von immerhin 0.2 mm ergibt.

In der Praxis sollte sich das aber nur selten auswirken, wenn der Packager nicht gerade einen schlechten Tag hatte. Die nachfolgende, mir zugespielte Grafik zeigt noch einmal das komplette Package und den Die. Ich habe diese (und die anderen Grafiken) aus Gründen des Quellenschutzes mit Absicht stark verkleinert und leicht verfremdet sowie die originalen Wasserzeichen entfernt.

Bevor ich zu den Besonderheiten des Speichers komme, fasse ich schnell noch einmal die möglichen Desktop-Modelle zusammen mit den bereits gelaunchten Karten  in der unten stehenden Tabelle zusammen. Die mit einem * gekennzeichneten Einträge sind noch nicht mit offiziellen Folien oder Aussagen bestätigt, sondern basieren auf verschiedenen Quellen aus dem AIB- und OEM-Beriech der Boardpartner bzw. Notebookfertiger, die diese Chips sowohl auf diskreten Grafikkarten als auch zusammen (vor allem mit Ryzen CPUs und Smart Shift) in Notebooks verbauen werden.

Da AMD ganz offensichtlich gleich drei Navi23 Mobile-GPUs für die RX 6000M-Familie plant, gilt die Staffelung von 90 W, 80 W und 65 W für die GPUs mittlerweile als gesetzt. Diese Leistungsangaben basiert jedoch auf der TGP (Total Graphics Power, GPU, Speicher und Speicher-Controller). Es ist sehr wahrscheinlich, dass die maximale TBP bei den mobilen Varianten einschließlich aller weiterer Verluste dann knapp über 100 W liegen könnte, wobei man bei Notebooks ja eh immer leicht anders rechnen muss.

Die Laptop-Hersteller werden dann selbst entscheiden, welche TGP sie für ihre eigenen Entwürfe auswählen und nur die Premium-Modelle mit ausreichenden Kühllösungen sollten dann auf die 90-W-Variante setzen. Nachfolgend einmal ein Auszug aus einem Evaluation-BIOS für den mobilen Einsatz als Notebook-Grafik mit 90 Watt TGP, wie ich ihn bereits vor einiger Zeit auslesen konnte:

  

Wir sehen, dass die Beschränkung der TGP bei den mobil genutzten Chips etwas ist, das sich natürlich auch auf den maximalen Takt auswirken sollte, den man beim Boost mit 300 bis 400 MHz dann deutlich niedriger ansetzen dürfte, wenn man den Werten der letzten Evaluation-Boards und Firmwareversionen folgt. Zu Navi24 und den RX 6500/6400(M)-Modellen werde ich, wenn die Zeit reif ist, sicher auch noch getrennt berichten. Dass eine RX 6600XT einer kolportieren RX 6700 trotzdem nicht zu nahe kommt, liegt nicht nur am Takt und dem etwas schmaleren Speicher-Interface, aber dazu komme ich gleich noch.

Model RX 6600 RX 6600 XT RX 6700 XT RX 6800 RX 6800 XT
GPU Navi 23 Navi 23 Navi 22 (XT?) Navi 21 XL Navi 21 XT
Process Node 7 nm
Die Size 236 mm² 336 mm² 520 mm ²
Compute Units 28 32 40 60 72
Stream Processors 1792 2048 2560 3840 4608
TMUs/ROPs 112 / 32* 128 / 32* 160/64 240 / 96 288 / 128
Game Clock TBC TBC 2424 MHz 1815 MHz 2015 MHz
Boost Clock < 2600 MHz* < 2700 MHz* 2581 MHz 2105 MHz 2250 MHz
Memory Size 8 GB GDDR6 12 GB GDDR6 16 GB GDDR6
Infinity Cache
64 MB 96 MB 128 MB  
Memory Bus 128-bit 192-bit 256-bit 256-bit
Memory Clock 16 Gbps
Bandwidth 256 GB/s 384 GB/s 512 GB/s
TDP TBC (< 100 W*) TBC (< 130 W*) 230 W 250 W 300 W

Die Chips sollen DirectX12 Feature-Level 12_1, Vulkan 1.1, OpenGL 4.6 und OpenCL 2.2 unterstützen. Außerdem sollte AMD Liquid VR supportet werden. Die restliche Feature-Liste ähnelt der einer Radeon RX 6700 XT, so dass ich mir an dieser Stelle den redundanten Inhalt mit bereits bekannten Features sparen kann.

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RX480

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302 Kommentare 183 Likes

Das ist ne Lumperei = 1050mV GFX.

Haben will für die 6800 nonXT.(+ open Takt)
(Das war kein schöner Zug von AMD die 6800 nonXT soo zu beschneiden, Da wären sicher unter Teillast auch mal >2,6 Gig drin)

Gerade wenn die 3070Ti um die Ecke lunzt, sollte AMD bitteschön im Treiber mehr OCen freigeben.

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ipat66

Veteran

252 Kommentare 231 Likes

Danke für den Test Igor.
Deine Entscheidung die Hashrate nicht anzugeben finde ich vernünftig.
Diese Zahlen findet man zu genüge auf anderen Seiten....
Es ist und bleibt eine sehr energiehungrige und unökologische Art und Weise
Coins und Geld zu generieren.

Eine andere Frage meinerseits wäre,was AMD mit seinen Treibern im Produktivbereich
so alles auf die Beine stellt.
Passiert da etwas?

In Deinen AMD-Benchmarks findet der Produktivbereich nicht statt...
Da hat Nvidea ja immer noch die Nase vorne....
Vielleicht auch ein Grund für viele Käufer sich weiterhin für Nvidea zu entscheiden?

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RX480

Veteran

302 Kommentare 183 Likes

Vllt. ... interessiert Das 99% der Schleppikäufer überhaupt net.(die Mehrzahl macht neben YT+Facebook nur mal nen Spielchen)
und
Den ganzen Hash-Mist bitteschön auch net noch unterstützen.

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Igor Wallossek

Format©

5,842 Kommentare 9,082 Likes

Nein, weil es aktuell keine gescheiten Karten gibt. Big Navi als Workstation ist irgendwie nicht existent. Ich denke mal, AMD setzt seine Ressourcen woanders ein. Zertifizierungen für z.B. Solidworks kosten für die Grafikkarten Unsummen, jede Treibervesion muss aufwändig neu getestet und zertifiziert werden, nicht nur die Hardware. Bei so vielen relevanten Anwendungen und Iterationen der Treiber kommt da ordentlich was zusammen. Und ich verweigere mich, professionelle Anwendungen mit unzertifizierten Dangen zu testen. Das ist für die Praxis, schon aus Haftungsgründen, eher nicht relevant. Ich wäre froh, es gäbe was Wettbewerbsfähigeres.

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B
Besterino

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C
Cyco

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Mal ein simples Beispiel, welches ich erlebt habe. Ich habe eine RX6800 gedropt und in meinen neuen Rechner eingebaut (5900X, 32 GB Speicher). Vorher hatte ich eine GTX1070 OC von Gigabyte drin. Ich fotografiere gerne und habe Kameras mit MFT-Sensoren. Diese Sensoren sind etwas kleiner als die meisten gängigen anderen Sensoren. Nachteil dieser MFT-Sensoren ist, dass sie relativ schnell rauschen, wenn man die ISO-Zahl hoch stellt. Dafür gibt es aber Programme, die die Bilder nachträglich entrauschen können. Ich nutze dafür Topaz DenoiseAI. Das arbeitet mit GPU-Unterstützung. Die 1070 braucht ca. 22 Sek. für mein Vergleichsbild, die RX6800 34 Sek. :oops:

Ich vermute, dass viele Programme anscheinend massiv CUDA nutzen, ohne das explizit anzugeben.

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Igor Wallossek

Format©

5,842 Kommentare 9,082 Likes

OpenCL ist CUDA beim Einsatz in Standardsoftware in fast allen Belangen unterlegen. TopaZ nutzt sogar die Tensor Cores, falls vorhanden, ich habe ja fast alle TopaZ Programme im Einsatz. Allerdings wird das auch auf der HP sehr klar kommuniziert und es war ja auch Teil meines Studio-Artikels. Man muss nur mal Blender mit OpenCL vs. CUDA laufen lassen...

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C
Cyco

Mitglied

10 Kommentare 11 Likes

Den kenne ich noch nicht. Ich suche mal.

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Gurdi

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Interessante Details, primär sehe ich diesen Chip auch in den Notebooks. Hier könnte er aber wirklich aufgrund des besseren Schedulers von AMD sehr interessant sein da gerade Ultrabooks meist recht schwache CPU´s besitzen,

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h
hotmob

Mitglied

19 Kommentare 1 Likes

Also, dass dieser doch nicht allzu schnelle Grafikchip von PCIe3 eingeschränkt werden soll, selbst wenn er nur 8x hat, kann ich mir echt nicht vorstellen, da ja auch ne 3090 in PCIe3 kaum eingeschränkt wird.

Außerdem werden alle Hersteller schon aus Kosten und Verbrauchsgründen 16Gb-Chips verbauen, man wird da einfach auf die bisher immer verbauten Samsung Chip zurückgreifen und fertig. Man muss die Dinger ja nicht mit 16Gbps betreiben. Das geht auch im 12 und 14Gbps.
Bei 128Bit sind das halt nur 4 Chips und nicht 8, die man mit 8Gb-Chips verbauen müsste für 8GB.

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About the author

Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB als inhaltlichem Nachfolger von Tom's Hardware Deutschland, deren Lizenz im Juni 2019 zurückgegeben wurde, um den qualitativen Ansprüchen der Webinhalte und Herausforderungen der neuen Medien wie z.B. YouTube mit einem eigenen Kanal besser gerecht werden zu können.

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.

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