Grafikkarten Testberichte VGA

AMD Radeon RX 5700 und RX 5700 XT im Test – Der Raytracing-freie Sargnagel von Vega und bis zu 2.1 GHz Takt unter Wasser

Temperaturverläufe und Boost-Takt im Detail

Der Referenzkühler ist zumindest was die GPU betrifft mit der großen Karte etwas am Rande des Machbaren. Während bei der Radeon RX 5700 die Temperaturen der GPU im Gaming-Loop bis zu 78 °C erreichen, geht es bei der RX 5700 XT bis 84 °C. Mit steigender Temperatur fällt jedoch auch das, was AMD als Gaming-Takt betrachtet ein wenig ab. Sind es bei der RX 5700 anfangs noch 1698 MHz und bei der RX 5700 XT 1882 MHz Takt, fällt dies mit der Erwärmung der Karte ab auf dann 1685 MHz bei der kleinen und 1802 MHz bei der großen Karte ab.

Wir sehen, dass es bei der Radeon RX 5700 also faktisch kaum einen nennenswerten Takteinbruch gibt, während bei der RX 5700 XT immerhin schon ca. 80 MHz fehlen. Das ist allerdings deutlich weniger, als man es bei Nvidias Boost beobachten kann, auch wenn die erreichten Taktraten im direkten Vergleich generell etwas niedriger ausfallen. Gegenüber Vega ist dies aber ein ordentlicher Fortschritt, so fair muss man auch sein.

Das sieht beim Stresstest dann übrigens nicht viel anders aus, denn die Abwärme ist ja analog zur Leistungsaufnahme weitgehend gleich. Nur dass der Taktabfall der Radeon RX 5700 XT etwas schneller abläuft, sich aber dann ebenfalls gut stabilisiert.

Übertaktung

Mit dem Wattman hat man am Ende leider noch sehr schlechte Karten, weil diese Software die Settings entweder nicht korrekt übernimmt oder die Spiele gleich ganz crashen lässt, wenn es nicht gleich den ganzen Rechner mitreißt. OC und Wattman schließen sich derzeit noch aus. Afterburner hingegen macht überraschenderweise genau das, was er machen soll. Und da ich hier schon einmal teasern möchte, was sonst noch auf Euch zukommt, habe ich mal einen Screenshot der Übertaktungssettings gemacht (jedoch ohne Memory OC, was aber auch ginge).

Für die Kühlung sorgt ein Vector RX 5700 von EK Waterblocks, in diesem Falle die unbeleuchtete Azetat-Version, also ein schnörkelloses Kühl-Dingens, das genau das macht, was es soll. Ich verwende hier einen nicht vernickelten Prototypen, den ich vor dem Start der Massenproduktion bereits testen konnte.

Gibt man dem kleinen Äffchen richtig Zucker, dann geht es sogar bis knapp an die 2,1 GHz-Marke und stellenweise sogar darüber! Natürlich ist dann das, was durch die Adern fließt, kein Blut-Bächlein mehr mehr, sondern hochenergetischer Strom benötigten Lebenssaftes. Aber es funktioniert. Einfacher und stabiler, als es das jemals das Gefrickel mit den Radeon VII hergegeben hat. Bei ca. 2,1 GHz scheint eine Art physikalische Barriere zu bestehen, aber was soll’s. Genau hierzu wird es noch ein Follow-Up als artikel und Video geben.

Wer übertakten möchte, sollte unbedingt zu nur 50 Euro teureren RX 5700 XT greifen, denn der Chip darf 50% Mehr Power Limit bekommen und auch höher takten. Zumindest jetzt ist bei der RX 5700 bereits bei 1850 MHz Schluss. Und zwar schon in den Settings. Da scheint AMD absichtlich eine Bremse eingebaut zu haben, zumal man auch das Power Limit nur noch um 20% steigern kann. Zur Übertaktung werde ich noch ein spezielles Follow-Up schreiben, es lohnt sich also durchaus!

Wer das nun noch genauer wissen möchte, mittlerweile sind auch das betreffende Review und ein Video online: AMD wird geflutet: Radeon RX 5700 XT mit einem EKWB RX 5700 unter Wasser problemlos auf 2,1 GHz übertaktet

 

Platinenanalyse: Infrarot-Bilder

Die nachfolgende Bildergalerie zeigt alle Infrarot-Bilder für den Gaming- und den Torture-Loop jeweils im geschlossenen Gehäuse. Logisch, dass ich bei einer DHE-Karte (Direct Heat Exhaust) keine Werte im offenen Benchtable gibt. Wir sehen, dass die RX 5700 mit den 185 Watt platinenseitig absolut keine Probleme hat.

Auch die RX 5700 XT ist trotz der hohen GPU-Temperaturen gut mit im Rennen. Schön, dass es Wärmeleitpads gibt (Montageframe).

Beim Stresstest läuft die RX 5700 sogar noch etwas kühler als im Gaming Loop. Diesen Effekt hatten wir ja schon bei der Leistungsaufnahmemessung gesehen.

Die Radeon RX 5700 XT ist da mit 225 Watt schon deutlich handfester dabei, aber auch hier gibt es keine Bereiche, vor denen man Angst haben müsste.

Und weil es so schön war, habe ich auch noch einmal das Bild der GeForce RTX 2070 Super bei ebenfalls 225 Watt. Da ist die GPU kühler aber der Rest deutlich heißer. Man kann eben scheinbar nicht alles haben.

 

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Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB als inhaltlichem Nachfolger von Tom's Hardware Deutschland, deren Lizenz im Juni 2019 zurückgegeben wurde, um den qualitativen Ansprüchen der Webinhalte und Herausforderungen der neuen Medien wie z.B. YouTube mit einem eigenen Kanal besser gerecht werden zu können.

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.

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