Grafikkarten Testberichte VGA

[UPDATE] Polaris auf Jobsuche: AMD Radeon Pro WX 7100 im Workstation-Test

Neue Farbe, neuer Name, neues Glück? Es ist schon ein bisschen her seit AMD die professionellen Grafikkarten Radeon Pro WX 4100, WX 5100 und WX 7100 ankündigte. Dann kam erst mal eine ganze Weile nichts. Mittlerweile sind die Radeon-Pro-Modelle WX 410...Äußeres und Anschlüsse Mit der Radeon Pro WX 7100 stellt AMD eine blaue Single-Slot-Flunder in die Regale der Händler, die in den Abmessungen weitgehend den Vorgängerinnen FirePro W7100 und FirePro W7000 entspricht und auch sonst gewisse Ähnlichkei...Kommen wir nun zur spannendsten Frage, der Performance. Wir haben dafür bewusst Originalversionen weit verbreiteter Anwendungen genutzt und um nur wenige komplett synthetische Benchmarks ergänzt. Da wir zudem jeden Durchlauf mit drei Iterationen durch...Messmethodik und grafische Darstellung Wir greifen diesmal auf eine leserfreundlichere Auswertung unserer Oszillographenmessungen zurück. Neben den üblichen, sehr hoch aufgelösten Messkurven, bieten wir nun parallel auch eine Darstellung m...Temperaturen und Taktraten Betrachten wir als Erstes die Temperaturentwicklung beim OpenGL-Loop mit den 1000 Steinen und werfen dabei auch ein Auge auf den tatsächlich verfügbaren Takt der GPU. Dieser wird im Mittelwert nämlich kaum geringer, selbs...AMDs Radeon Pro WX 7100 mit dem Ellesmere XT erinnert uns ein wenig an den aktuellen Fiat Tipo. Man bekommt sehr viel Leistung fürs Geld, bräuchte meist sogar deutlich weniger und ärgert sich trotz aller positiven Punkte ab und an über unnötige Kleini...

Messmethodik und grafische Darstellung

 

 

Wir greifen diesmal auf eine leserfreundlichere Auswertung unserer Oszillographenmessungen zurück.

 

Neben den üblichen, sehr hoch aufgelösten Messkurven, bieten wir nun parallel auch eine Darstellung mit deutlich größeren Intervallen, die durch einen speziellen Low-Pass-Filter in der Hardware und einem zusätzlichern variablen Filter in der Auswertungssoftware ergänzt werden.

 

Dies ist deshalb für den Betrachter von Vorteil, weil es gelingt, auch optisch die sehr kurzzeitigen Lastspitzen (und Lastabfälle) in ihrer zeitlichen Aufeinanderfolge so zu bewerten, dass sie in jedem Fall auch für den Außenstehenden plausibel bleiben. An den eigentlichen Ergebnissen ändert sich jedoch nichts.

 

Zur Erinnerung: Wie wir generell messen und welche Methodik sowie welches Equipment wir dabei benutzen, kann man jederzeit im Artikel Grundlagen GPUs: Leistungsaufnahme, Netzteilkonflikte & andere Mythen nachlesen.

 

Wir haben zudem deutlich großformatigere Kurvendiagramme hinterlegt, die man für ein Vollbild anklicken kann. Außerdem haben wir die Themenbereiche neu gegliedert und nutzen mehr vergleichende Balkengrafiken und von uns gemessene Szenarien. Parallel zur Leistungsaufnahme untersuchen wir auch die fließenden Ströme und die Einhaltung der entsprechenden Normen.

 

Das Test-Equipment als solches hat sich gegenüber den vorangegangenen Tests jedoch nicht geändert:

 

Leistungsaufnahme
Messverfahren:
berührungslose Gleichstrommessung am PCIe-Slot (Riser-Card)
berührungslose Gleichstrommessung an der externen PCIe-Stromversorgung
direkte Spannungsmessung an den Stromschienen
Messgeräte:
2x Rohde & Schwarz HMO 3054, getriggert
(500 MHz Mehrkanal-Oszillograph mit Speicherfunktion)
4x Rohde & Schwarz HZO50, Stromzangenadapter
(1 mA bis 30 A, 100 KHz, DC)
4x Rohde & Schwarz HZ355, Tastteiler (10:1, 500 MHz)
1x Rohde & Schwarz HMC 8012
(Digitalmultimeter mit Speicherfunktion)

Leistungsaufnahme im Idle (Leerlauf)

 

Wir mussten beim ersten Test wirklich zweimal hinsehen, um zu glauben, was wir da gemessen haben: Knapp 34 Watt im Leerlauf?! Die Radeon RX 480 mit gleichem Chip lag beim Launch-Review seinerzeit nur bei 16 Watt, also weniger als die Hälfte. Doch der GPU-Takt liegt wieder bei den erwarteten 300 MHz, so dass als Ursache am Ende der viel zu hoch taktende Speicher ausgemacht werden konnte.

 

Update: Fehlerbehebung im Treiber

 

Wir haben diesen Fehler zusammen mit AMD repoduzieren können, so dass er mittlerweile beim aktuellen Beta-Treiber nicht mehr auftritt. Wir haben deshalb die alten Messungen im Idle nachfolgend mit den neuen Werten ergänzt. Die Leistungsaufnahme sank auf nunmehr 20 Watt, was zwar immer noch relativ hoch, aber bereits deutlich besser ist

 

 

Splittet man das Ganze nun in die einzelnen Rails auf, ergibt sich ein sehr unterschiedliches Bild. So wird beim alten Treiber vor allem am Mainboard-Slot noch relativ viel Leistung aufgenommen, da hier auch der Speicher versorgt wird:

 

Mit altem Treiber:

 

 

Mit neuem Treiber

 

 

Wenn wir uns nun erinnern, welche Spannungswandlerphase an welche Versorgungsleitung angeschlossen ist, dann entfallen die zusätzlichen Watt bei der Leistungsaufnahme im Idle eindeutig auf den Speicher. Und richtig: Wir konnten extrem wilde Taktwechsel feststellen, wobei beim alten Treiber  in der meisten Zeit der volle Takt von 1750 MHz anlag und nur sporadisch heruntergetaktet wurde. Mit dem neuen Treiber wurde dies komplett korrigiert:

 

 

Leistungsaufnahme bei verschiedenen Lastszenarien

 

Betrachten wir nun noch kurz die Gesamtleistungsaufnahme. Wir sehen als Erstes ein sehr restriktiv gesetztes Power Limit, welches auch dafür sorgt, dass die Karte die 140-Watt-Marke selbst beim Stresstest noch deutlich verfehlt. Alle etwas fordernderen Anwendungen scheinen bei 137 Watt wie festgetackert – ohne jegliche Luft nach oben, was auch gut so ist.

 

 

Belastung der Spannungsversorgungsanschlüsse

 

Betrachten wir jetzt zunächst einmal den hochaufgelösten Auszug der einminütigen Messung mit jeder Menge an Datensätzen für alles Versorgungsleitungen einschließlich aller Extremausschläge nach oben und unten hin, die auch die schnelle Reaktion von Power Tune und die Wechselwirkungen mit der Spannungsversorgung gut dokumentieren. Hier hat der neue Treiber keinen Einfluss mehr auf das Ergebniss, die Werte sind ungefähr gleich:

 

 

Doch all diese Spitzen verwirren auf den ersten Blick mehr, als sie einem Durchschnittsanwender verraten könnten. Deshalb nutzen wir für die folgenden Bewertungen ausschließlich Kurven mit niedrigerer Auflösungen, die zudem auch das Resultat eines variablen Tiefpass-Filters sind.

 

 

Wichtig ist uns jetzt nämlich die Balance zwischen den beiden 12-Volt-Versorgungsschienen, also dem Mainboard-Slot und dem externen PCIe-Anschluss. Wenn wir uns kurz zurückerinnern, was wir weiter vorn bereits über die Platinengestaltung und die Versorgung der einzelnen Wandlerzüge geschrieben hatten, dann passen die Ergebnisse sehr gut ins Bild. Wir möchten aber darauf hinweisen, dass die Grafiken geändert wurden und nun die Idle-Werte des neuen Treibers beinhalten:

 

 

Egal ob nun extreme 3D-Last einer Anwendung oder Furmark – die von uns bereits angesprochene 137-Watt-Grenze trifft genau die Norm. Denn mit rund 66 Watt am Mainboard liegt man genau dort, wo die PCI SIG die Maximalbelastung für diesen Anschluss auch sieht. Denn die kolportierten 75 Watt sind pauschal gesehen falsch, da sie sich als Produkt nur aus der maximal zulässigen Stromstärke von 5,5 Ampere und einer noch innerhalb der ATX-Norm liegenden Versorgungsspannung ergibt (die ja auch etwas höher als 12 Volt sein kann).

 

 

Deshalb haben wir natürlich auch die fließenden Ströme getestet und können guten Gewissens bescheinigen, dass diese Karte auch bei den Strömen noch sehr gut innerhalb der Normen liegt. Die Dokumentation der Stresstestdurchläufe kann entfallen, da die Grenze der Leistungsaufnahme eingehalten wird und die Unterschiede zu den fordernden Anwendungen so gering sind, dass sie weniger als ein Watt betragen.

 

Zwischenfazit

 

Die Leistungsaufnahme für eine Freizeitkarte wie die Radeon RX 480 schien uns damals beim Launch ein wenig zu hoch; die der Vertreterin der Arbeiterklasse in Form der Radeon Pro WX 7100 scheint hingegen angemessen. Eine ordentliche Performance bei den Anwendungstests und eine deutlichere Nähe zum Sweet-Spot lassen die Radeon Pro WX 7100 wesentlich effizienter und damit auch in einem völlig neuen Licht erscheinen.

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About the author

Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB als inhaltlichem Nachfolger von Tom's Hardware Deutschland, deren Lizenz im Juni 2019 zurückgegeben wurde, um den qualitativen Ansprüchen der Webinhalte und Herausforderungen der neuen Medien wie z.B. YouTube mit einem eigenen Kanal besser gerecht werden zu können.

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.

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