Grafikkarten Testberichte VGA

AMD launcht die Radeon RX 6600 ohne XT für die Mitteklasse – Test der XFX RX 6600 SWFT 210 SPEEDSTER 8GB mit kleinen Hürden

Temperaturen und Boost-Takt

Die Karte boostet, wenn sie kühl genug ist, bis knapp 2700  MHz. Dies ist auch kein Schönwetter-Boost, der bei meinem sehr extrem fordernden Testspiel (diesmal Wolfenstein: Youngblood) bei steigender Temperatur auf immer noch stolze 2648 MHz und mehr bietet. Erstaunlich. Den Speicher kann man auch noch etwas auf 1900 MHz übertakten. Die GPU ließ sich mit diesem Kühler samt MorePowerTool bis 2.75 GHz stabil übertakten, auch nicht schlecht. Am Ende ist hier aber der selbst modifizierte Kühler mit den zwei mageren Heatpipes arg gefordert. Die Edge-Temperaturen sind mit 55 bis 57 Grad auch nach einer Stunde wirklich akzeptabel, Chapeau und Asche auf mein Haupt für diesen Umbau!

Kommen wir nun zu der Aufzeichnung mit der hochauflösenden Infrarot-Kamera. Die PI640i von Optris besitzt ein echtes 640 x 480 Pixel Bolometer und zeichnet mit bis zu 30 FPS auf. Ich nutze hier die Normallinse und kalibrierte Folie mit einem bekannten Transmissionsgrad, damit ich de facto in das geschlossene Gehäuse hineinsehen kann. Die Backplate lasse ich ab, damit ich besser messen kann. Im Idle ist alles eher unspektakulär:

Lässt man Wolfenstein: Youngblood nun freien Lauf und etwas Luft, heizt sich alles ordentlich auf. Die Unterseite der VRM ist bis zu 86 °C heiß, wobei sich hier zwei Dinge rächen: die eher ineffizienten DRMOS von On Semi und der magere VRM-Heatsink. Der Speicher zeigt maximal 77 °C auf der Platinenseite, was aber an dem deutlich heißeren PCB an dieser Stelle liegt, obwohl die Module von oben gut gekühlt werden. Die heißeste Stelle ist der Bereich der stromführenden Tracks zwischen den PWM-Nodes und dem BGA, wobei die GPU im Vergleich dazu fast schon kalt erscheint. Cost-Down an der Platine und deshalb auch höhere Temperaturen, aber noch nicht schädlich.

Schalten wir um auf den Torture-Test, dann bekomme ich doch langsam etwas Bedenken. Denn die fast 98 °C im Hotspot haben mit dem Kühler selbst überhaupt nichts zu tun, der funktioniert bestens. Hier schlagen einfach die Platinenverluste zu und ich kann nur raten, an dieser Stelle ein Wärmeleitpad zwischen Platine und Backplate zu packen!

Lüftergeschwindigkeit und Lautstärke

Betrachten wir nun die Folgen der Grafikkarten-Erwärmung. Da interessiert mich natürlich auch der Geräuschpegel dessen, was nun als komplexes Lüftergeräusch emittiert wird. Egal ob nun geschlossen oder nicht, die Temperaturverläufe sehen sehr ähnlich aus. Die Karte im geschlossenen Aufbau agiert noch sehr, sehr souverän, wobei die Drehzahlen nur knapp oberhalb von 1250 U/min liegen. Erstaunlich, aber wahr, so dass man sie trotz längerer Volllast kaum hört.

Kommen wir nun zum Geräuschpegel und dem Klangcharakter. Mit ca. 34.7 dB und einer Leistungsaufnahme von reichlich 140 Watt messe ich einen sehr niedrigen Wert, den man zwar noch wahrnehmen kann, aber der auch absolut nicht stört. Die Klangcharakteristik vermischt ein kaum hörbares Rauschen mit einem leichten Lagergeräusch, das allerdings nach oben hin komplett verschwindet. Die Lagergeräusche erzeugen eine Art leichtes Peak im Tiefton und den unteren Mitten. Trotzdem kann man damit gut leben, denn es bleibt insgesamt einigermaßen leise. Natürlich ist das nicht der original-Kühler, deshalb habe ich auch nur den Messwert aber keine Detailanalysen. Die muss ich nachreichen, wenn Lüfter verfügbar sind.

 

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LEIV

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Schöne kleine GPU, wäre schön wenn es davon auch ne Passiv Variante gäbe

Oder eine Asus x Noctua Combi mit einem A12 oder so

Preise sind hier sogar zum Start eine Katastrophe, auf Mindfactory 500 Euro für die RX 6600

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quantaro

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96 Kommentare 52 Likes

Zu teuer. Die 3060 hat 12GIB VRAM und ist von der UVP preiswerter. Die Effizienz spricht für sich, lässt sich AMD anscheinend aber mittlerweile auch vergolden. Schade. Mir kommt das langsam so vor, als wollen die gar keine Konkurrenz, die Preise sind doch gut für die, wird einem alles aus der Hand gerissen.

Siehe Öpec beim Oel, fördern nicht, dann wirds knapp und zapp - teuer, auch ohne Ökoaufschläge. Scheint der neuste Trend in der Industrie zu sein, um ein must have aufzubauen.

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Morgrain

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Laut den Reviews in etwa auf dem Niveau einer 2060 (super). Sogar leicht darunter. Und das für UVP Preise (customhersteller) von jenseits der 400 Öcken.

Zur Erinnerung: Die 2060 (super) ist eine Karte, die vor mehr als 2 Jahren released wurde...

View image at the forums

Das... ist ein schlechter Scherz.

Für 200 € wäre das hier der Burner schlechthin, für die aufgerufenen Preise allerdings... kann ich nur schulterzuckend nach dem Sinn dahinter fragen.

Am besten fange ich erst garnicht mit dem Thema 5600 XT an, die mit einer ursprünglichen UVP von 299 € im Vergleich zu dem "heutigen" Produkt natürlich... positiv rüberkommt...

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Klicke zum Ausklappem
Igor Wallossek

Format©

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Es ist keine WQHD-Karte :D

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M
Morgrain

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Etwas fragwürdig bei UVP Preisen von jenseits der 400 € (hab zumindest bei Asus und Gigabyte reingeschaut in die Shops) und bei aktuellen Straßenpreisen (Verkaufsbeginn, Zentraleuropa) von mehr als 600 €.

Aber ja, klar, die Preise sind aktuell alle bescheuert. Ändert aber nichts daran, dass AMD sich hier nicht in Full HD reinsetzen kann, wenn man mehr Geld verlangt für Leistung, die man vor Jahren schon für weniger Geld angeboten hat - im gleichen Segment.

Aber Ende verliert nur der Kunde. Also wir. Das macht mich immer etwas traurig...

Hätte mir mehr erwünscht, aber bei den aktuellen Preisen auch in den Fabriken bei Samsung/TSMC kann man wohl nicht mehr erwarten.

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Morgrain

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Im Zweifel einfach solche Shops für die Zukunft umgehen. Ich persönlich habe mir ein Limit von 20% über UVP gesetzt und Shops, die mehr wollen, unterstütze ich nicht mehr. Von Scalpernate & Co. müssen wir natürlich erst garnicht anfangen.

Gibt da auf Reddit übrigens auch nette Listen. Auch und vor allem zu Shops beispielsweise, die ihre Altbesteller stornieren und/oder Neubesteller zu höheren Preisen bevorzugt beliefern, obwohl noch Reservierungen/Bestellungen (u.a. bereits bezahlt!) offen sind.

Kurioserweise ist Amazon bei Release von solcher Hardware eine gute Adresse. Habe dort meinen 5950x für knapp 950 € zu Release bekommen.

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LEIV

Veteran

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Meine 6600 XT hab ich von Mindfactory für 410 Euro zu release gekauft, keine Ahnung warum die jetzt so viel aufschlagen direkt.

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torcid

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Also UVP 40€ weniger als die XT, dabei aber deutlich weniger wertige Elektronik verbaut und im Schnitt 16% langsamer, manchmal auch 20%. AMD hätte den UVP hier niedriger ansetzen müssen. Auch wenn die UVPs eh utopisch sind...

Zumal die XT + OC auch wesentlich mehr WQHD geeignet ist, als die non XT. Das ist bei dem Mangel momentan auch ein Faktor.

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torcid

Mitglied

72 Kommentare 23 Likes

Winter Gaming Zeit steht vor der Tür + die letzte Aufrüstung ist immer länger hier + Mining Kurse gehen immer noch weiter hoch.

Es wird noch schlimmer werden...

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Alkbert

Urgestein

540 Kommentare 275 Likes

Auch ein gutes dreiviertel Jahr, nachdem ich meine Asus 2080 Dual OC im Zweitrechner bereits ausgemustert, ersetzt und upgegradet haben wollte bin ich immer noch keinen Schritt weiter - und das wird wohl so schnell auch nix. Der Punkt ist unter dem Strich, dass mir das Gehirn noch nicht völlig ausgetrocknet ist und ich definitiv keine Graphikkarte kaufen werde, die mehr kostet, als die Standheizung in meinem Auto - und dort sehe ich erheblich mehr Gegenwert.

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About the author

Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB als inhaltlichem Nachfolger von Tom's Hardware Deutschland, deren Lizenz im Juni 2019 zurückgegeben wurde, um den qualitativen Ansprüchen der Webinhalte und Herausforderungen der neuen Medien wie z.B. YouTube mit einem eigenen Kanal besser gerecht werden zu können.

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.

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