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Alphacool Eiswolf 2 im Test gegen eine Nvidia GeForce RTX 2080 Ti mit 300 und 380 Watt – mit etwas Eigeninitiative eine (fast) perfekte Lösung

Ich messe insgesamt an sechs Punkten der Platinenrückseite, die zuvor mit kalibriertem Messlack (“Tropikalisierung”) präpariert und mit Kontrollsensoren noch einmal gegengetestet wurden. Zum Einsatz kommt eine Optris PI640 samt der benötigten Software an einem Monitoring-PC. Neben den radiometrischen Videos für den internen Gebrauch, mache ich an den passenden Stellen Screenshots der Messungen. Die Werte unterhalb des BGA entsprechen bei Witcher 3 interessanterweise aufs Grad genau der GPU-Diode im Inneren, nur bei Furmark wird die Platine durch die Spannungswandler stärker aufgeheizt. Wichtig auch: die Leistungsaufnahme bleibt in beiden Szenarien gleich, womit auch die GPU-Temperatur aufs Grad genau identisch ist, dem Power Target sei Dank.

Messung bei 2000 U/min

Das ist laut, einfach zu laut. Aber es kühlt, als gäbe es kein Morgen mehr, wenigstens etwas. Egal ob Spiel oder Stress. Die GPU selbst meldet 53 °C bei 300 Watt bzw. 61 °C bei 380 Watt. Hier wird nichts dem Glück überlassen und wohl auch nicht verglühen. Die etwas arg lärmenden 53 dB(A) sollte man sich allerdings besser nicht antun oder nur dem Ernstfall vorbehalten.

Messung bei 1800 U/min

Das Ganze ist  schon einen kleinen Tick leiser, aber irgendwie immer noch zu laut. Aber es kühlt immer noch alles recht gut bei allen Tests. Die GPU selbst meldet 54 °C bei 300 Watt bzw. 63 °C bei 380 Watt. Die gemessenen 48 dB(A) sind allerdings erneut ein wenig fies. Aber schaun’ wir mal.

Messung bei 1600 U/min

Dieses Setting ist jetzt schon schon deutlich leiser und kommt bereits in den Bereich des Akzeptablen. Die gemessenen 44 dB(A) liegen nun in etwa auf dem Niveau des originalen Luftkühlers der 2080 Ti FE. Die Kühlperformance ist jedoch deutlich besser und die Karte taktet auch deutlich höher ohne ins Throttling zu laufen.  Die GPU selbst meldet 57 °C bei 300 Watt bzw. 66 °C bei 380 Watt. Gut so.

Messung bei 1400 U/min

Nun wird es interessant, weil man sich auch wieder im Raum unterhalten kann ohne zu schreien. Die gemessenen 40 dB(A) liegen deutlich unter dem Niveau des originalen Luftkühlers der 2080 Ti FE. Die Kühlperformance ist immer noch gut und die Karte taktet auch jetzt noch deutlich höher als die luftgekühlte Variante.  Die GPU selbst meldet 59 °C bei 300 Watt bzw. 68 °C bei 380 Watt. Geht auch noch.

Messung bei 1200 U/min

Richtig schön leise, denn gemessenen 35 dB(A) liegen auf oder unterhalb des Niveaus sehr guter Boardpartnerkarten der 2080 Ti FE mit Luftkühler. Die Kühlperformance ist noch gut und die Karte taktet auch jetzt höher als die luftgekühlten Variante.  Die GPU selbst meldet 62 °C bei 300 Watt bzw. 72 °C bei 380 Watt. Geht auch noch recht ordentlich. Ok, einen haben wir ja noch.

Messung bei 1000 U/min

Ist das System noch an? Flüsterleise, denn ich messe nur noch knapp 32 dB(A). Die Kühlperformance bei 300 Watt ist noch akzeptabel, aber für meinen Geschmack fehlen jetzt vor allem im Bereich der VRM und eines Speicherblocks die Reserven für den 380-Watt-Durchlauf. Die GPU selbst meldet 65 °C bei 300 Watt aber die Speichertemperaturen an der Unterseite sollten bei den 380-Watt-Messungen dann schon weit über 80 °C liegen, was mir persönlich einfach zu hoch wäre. Bei 300 Watt ist das mit den 77 °C gerade noch akzeptabel, wenn auch nicht wirklich toll. Aber selbst jetzt hört man die Pumpe nicht, Kompliment!

 

Fazit und Zusammenfassung

Kommen wir nun abschließend zum Gesamturteil. Die Kühlleistung ist gut bis sehr gut, vor allem die fast lautlose Pumpe kann gefallen. Die Verarbeitungsqualität ist ebenfalls gut bis sehr gut und der Gesamteindruck passt. Optisch ist das alles zwar Geschmacksache, aber es sieht nicht so sehr nach billiger AiO, sondern schon eher nach einer ordentlichen Wasserkühlung aus. Alle Teile, vom Kühlblock bis hin zum Radiator sind Vollkupfer und aus dem normalen Wasserkühlungssortiment entnommen. Das merkt man am Ende dann auch, denn das Meiste ist wirklich grundsolide.

Was jedoch negativ auffiel, ist zunächst die etwas irreführende Bedienungsanleitung, die die äußeren Schrauben aufführt, obwohl man ja bei der vorangehenden Demontage merken sollte, dass die Verschraubung zunächst innen viel wichtiger ist. Ganz einfach deshalb, weil dort beim Original die Vapor-Chamber verschraubt ist. Dass hier vier zusätzliche Schrauben für die verbesserte Fixierung fehlen, ist wirklich ärgerlich, soll aber laut Alphacool nachgebessert werden.

Das betrifft auch die angemahnten Unterlegscheiben, die unter jeder Federschraube gehören und die zudem noch etwas mehr Druck erzeugen. Naja und die Lüfter? Man muss die Teile knallhart drosseln, um ja keinen Hörsturz zu bekommen.  Bis 1200 U/min bleibt es leise, bis 1400 U/min ist das noch akzeptabel. Der Rest darüber unterliegt den Arbeitsschutzrichtlinien und sollte behördlich verboten werden.

Wer mit den kleinen Einschränkungen und meinen Tipps leben kann, erhält unterm Strich eine recht ausgefeilte und potente Kühlung, die mit den angepeilten 195 Euro den Rahmen des aktuell Üblichen bei den AiO-Lösungen auch nicht sprengt, da man echte Custom-Loop-Technik und keine Aluminium-geschwängerten Massenprodukte erhält, deren Lebensdauer nur schwer abzuschätzen ist. Sagen wir es mal so: Kategorie kann man durchaus kaufen, wenn man der Luft überdrüssig geworden ist und keine komplette Wasserkühlung im PC möchte.

Wobei man dies sogar könnte, wenn man noch einen CPU-Wasserblock ins System hängt und gleich auf einen größeren oder einen weiteren Radiator setzt. Denn auch das geht hier Dank der Schnellverschlüsse kinderleicht. Ein Plus für diese Lösung, ohne Frage.

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About the author

Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB als inhaltlichem Nachfolger von Tom's Hardware Deutschland, deren Lizenz im Juni 2019 zurückgegeben wurde, um den qualitativen Ansprüchen der Webinhalte und Herausforderungen der neuen Medien wie z.B. YouTube mit einem eigenen Kanal besser gerecht werden zu können.

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.

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